Zustimmung mit Vorbehalten
Aktuelle Umfragen belegen: Die Zustimmung zur Europäischen Union ist in den meisten potenziellen Beitrittsländern sehr hoch. In Albanien etwa befürworten 91 Prozent der Menschen eine EU-Mitgliedschaft, in Montenegro 64 Prozent und in Nordmazedonien 69 Prozent. Auch in Georgien (74 Prozent), Moldau (68 Prozent) und der Ukraine (68 Prozent) ist die Unterstützung hoch. Anders in Serbien: Dort sprechen sich nur 33 Prozent für einen EU-Beitritt aus.
Die Umfrage zeigt auch, wie die Bevölkerung die Beziehungen zur EU einschätzt. In fast allen Ländern gilt die Union als vertrauenswürdigster internationaler Akteur. Die befragten Bürger:innen bewerten das Verhältnis ihres Landes zur EU mehrheitlich positiv. Nur in Serbien überwiegt Skepsis – 60 Prozent der Befragten haben ein neutrales bis negatives Bild von der EU.
Und wie blicken die EU-Mitgliedstaaten auf eine Erweiterung der Union? Laut den Eurobarometer-Daten positiv. 56 Prozent der EU-Bürger:innen sind für eine Erweiterung, sofern die Kandidaten die Bedingungen erfüllen, und sind davon überzeugt, dass auch das eigene Land davon profitieren würde – etwa durch einen größeren Binnenmarkt, neue Jobs, mehr Sicherheit und eine stärkere Rolle Europas in der Welt.
Doch es gibt auch Vorbehalte: Gut ein Drittel der Bürger:innen sorgt sich wegen unkontrollierter Migration, Korruption, Kriminalität und Kosten, die den europäischen Steuerzahler:innen entstehen. Rechtsstaatlichkeit, Korruptionsbekämpfung und der Schutz von Grundrechten müssten zentrale Voraussetzungen für eine Aufnahme neuer Mitglieder bleiben.
67 Prozent der Befragten geben zudem an, sich schlecht über eine Erweiterung informiert zu fühlen. Die EU-Kommission will deshalb die Bürger:innen stärker einbeziehen und transparenter über die Vorteile und Bedingungen einer Erweiterung aufklären.
