Musikunterricht könnte Kinder vor Bildungsnachteilen schützen, die durch Armut entstehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine US-Langzeitstudie, an der über 5.000 Neun- und Zehnjährige teilnahmen. Wer mindestens zwei Jahre ein Instrument spielte, verfügte über einen besseren Sprach- und Wortschatz als Gleichaltrige ohne Musiktraining. Zwar verbesserten sich alle Kinder mit dem Alter, entscheidend war jedoch der soziale Kontext: Kinder aus einkommensschwachen Familien bleiben in ihrer Sprachentwicklung häufig hinter Kindern aus wohlhabenderen Elternhäusern zurück – nicht so jene, die ein Instrument spielten, bei ihnen zeigte sich das typische Bildungsgefälle nicht.
Um auszuschließen, dass dieser Effekt lediglich auf außerschulische Aktivitäten zurückzuführen ist, analysierten die Forschenden auch die Auswirkungen von Fußballtraining auf die Kinder. Sie stellten fest, dass sowohl Sport als auch Musik ein gesundes Aufwachsen fördern, doch nur Musik hat einen positiven Effekt auf die Sprachentwicklung. Die Forschenden führen das darauf zurück, dass Musik und Sprache teilweise dieselben Verarbeitungsmechanismen im Gehirn nutzen.
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