Je schwächer die Demokratie, desto mehr Hass im Netz
Politische Diskussionen in den Sozialen Medien gelten oft als besonders aggressiv. Doch liegt das nur an den Plattformen oder prägt auch das gesellschaftliche Umfeld den Umgangston?
Um das herauszufinden, befragte ein internationales Forschungsteam rund 15.200 Menschen aus 30 Ländern. Die Teilnehmenden gaben an, wie häufig sie in den 30 Tagen vor der Studienteilnahme in politischen Diskussionen im Internet Anfeindungen erlebt hatten. Dabei reichten die Erfahrungen von Spott bis hin zu Belästigung. Zusätzlich beantworteten sie vier Fragen zu ihrer statusorientierten Risikobereitschaft. So wollten die Forschenden herausfinden, ob Menschen, denen Ansehen und sozialer Status besonders wichtig sind, häufiger andere Personen im Internet anfeinden.
Das Ergebnis: Politische Anfeindungen im Netz treten besonders häufig in weniger demokratischen Staaten und Ländern mit hoher wirtschaftlicher Ungleichheit auf. So berichteten Studienteilnehmende aus Schweden, dem Land mit den niedrigsten Werten, im Durchschnitt seltener als einmal pro Monat von politischen Anfeindungen im Internet. In der Türkei hingegen erlebten die Befragten durchschnittlich zwei bis drei solcher Vorfälle pro Monat.
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