Am 5. Juni dieses Jahres hat die Berliner Polizei das neue Lagebild Clankriminalität Berlin 2025 veröffentlicht: 342 Menschen wurden als Tatverdächtige im Umfeld der Clankriminalität erfasst. Ihnen rechnet die Polizei insgesamt 952 Straftaten zu.1 Damit sind die Fallzahlen gegenüber dem Vorjahr um knapp zwölf Prozent gestiegen. Am häufigsten registrierte die Polizei sogenannte Rohheitsdelikte wie Körperverletzungen und Raub, gefolgt von Verkehrsstraftaten und Diebstählen.2 Ein 20-Jähriger soll allein für 75 Straftaten verantwortlich gewesen sein, darunter Diebstähle an und aus Autos, Urkundenfälschungen, Widerstand gegen die Polizei, Nötigung und Sachbeschädigung.3
Vor besondere Herausforderungen stellt die Polizei die sogenannte alternative Konfliktregulierung. Dabei werden Streitigkeiten nicht vor Gericht, sondern privat „geklärt“, teilweise durch die Einschüchterung oder Bedrohung von Zeuginnen und Zeugen und Betroffenen. Werden Straftaten deshalb nicht angezeigt, Aussagen verweigert oder bereits gemachte Angaben zurückgezogen, erschwert das die Ermittlungen.4 Immer wieder berichten Medien von Schüssen in Berlin. Betroffen sei ausschließlich der Westen der Stadt: Vor allem Kreuzberg, aber auch Reinickendorf, Charlottenburg, Zehlendorf, Schöneberg und Spandau gelten als Konfliktzonen. Häufig gehe es dabei um Schutzgeld. Die Opfer: meist türkisch- oder kurdischstämmig.5
Mitten in der Hauptstadt sollen „etablierte Machtstrukturen der organisierten Kriminalität“ existieren.6 Laut Florian Nath, Pressesprecher der Berliner Polizei, handele es sich bei den Tatverdächtigen zum größten Teil um „Menschen, die türkischstämmig sind, Leute, die aus dem Ausland [...] gesteuert werden, teilweise hierhergeschickt werden, teilweise aber auch hier rekrutiert werden in Berlin und dann den Willen der Täter, der Tatverdächtigen hier umsetzen“.7
Jetzt Artikel freischalten
Im KATAPULT-Wiki kannst du jeden Artikel 14 Tage nach Veröffentlichung kostenlos lesen. Dafür brauchst du nur ein kostenloses Konto.